Personenschutz-Qualifikationen

Wie werde ich Personenschützer oder Bodyguard?

Zertifizierte Ausbildungen zum Personenschützer oder Bodyguard führen zum Traumberuf. Dieser bringt aber auch große Verantwortung mit sich. Deshalb ist eine gute, zertifizierte Personenschutzausbildung und regelmäßiges Training und Weiterbildung Pflicht für jeden Personenschützer und Bodyguard.

Personenschutzfachkraft (IHK)

Personenschutzfachkraft (IHK) zertifizierte Personenschutzausbildung bei der Sicherheitsakademie Berlin
IHK-Zertifikatslehrgang zur Personenschutzfachkraft (IHK)

Kommandoführer Personenschutz (IHK)

die weiterführende Personenschutzausbildung bei der Sicherheitsakademie Berlin zum Kommandoführer Personenschutz (IHK)
IHK-Zertifikatslehrgang zum Kommandoführer Personenschutz (IHK)

Dynamisches Schiessen für Personenschutz Ausland

Dynamisches Schiessen als Vorbereitung auf Personenschutz

Ausbildung zum Personenschützer

Was lerne ich bei einer Personenschutzausbildung oder Training zum Bodyguard?
Wie werde ich Personenschützer oder Bodyguard?

Traumberuf Personen-schützer oder Bodyguard

Informationen zum Traumberuf Personenschutz
Informationen zum Traumberuf Personenschutz

 

Personenschützer und Bodyguards - Ausbildung und Job

Viele interessante Aspekte der Ausbildung zum Personenschützer oder Bodyguard kann man in Reportagen und Videos erfahren. Über die eigentliche Arbeit im Personenschutz oder als Bodyguard der Stars gibt es aber weniger Informationen. Die guten Personenschützer stehen im Hintergrund und fallen nicht auf, und von den Bodyguards der Stars hört man nur bei Skandalen oder Affären in Klatschzeitschriften. Was steckt also wirklich dahinter?

Personenschutzausbildung im Fernsehen

Fahrausbildung Personenschützer

Fragen zum Thema Personenschutz und Bodyguard - beantwortet von Torben Meyer (Geschäftsführer und Personenschützer)

Was ist der Unterschied zwischen einem Bodyguard und dem Personenschützer?

Bodyguard bezieht sich auf den Bereich Showbusiness und die Begleitung einer Person. Anders ist es beim Personenschutz. Da bedarf es einer fundierten Ausbildung, Unterweisung in Taktik, Technik und anderen Dingen, um eine Person professionell zu schützen. Beispiel Britney Spears: Da gab es Fotos, die hätte man als Personenschützer niemals zugelassen. Einem Bodyguard ist es egal, ob unanständige Fotos gemacht werden. Ein Personenschützer arbeitet so, dass bestimmte Dinge gar nicht erst passieren.

Wenn Otto Normalbürger ein Problem hat, wird er doch als erstes 110 wählen, oder?

Die Polizei wird prüfen, ob es ein Problem gibt. Sie fühlt sich aber nicht genötigt Otto-Normalbürger Personenschutz zu geben. Es gibt Leute, die gestalkt werden und den Freitod wählen. Stalking ist eine Straftat. Deswegen wird es ernst genommen.

Es scheint im Allgemeinen ein großes Bedürfnis an Sicherheit zu geben.

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Der Mensch braucht das Gefühl sicher zu sein, da er sich sonst nicht entfalten kann. Je größer die Einschränkung in dieses Gefühl ist, umso höher ist die Notwendigkeit professionellen Schutz zu bekommen.

Wie werden Aufträge zum Personenschutz erteilt, wenn jemand ein Problem hat?

Die Sicherheitsakademie Berlin bildet in Kooperation mit der IHK Fachkräfte für den Personenschutz aus. Hier erhalten die Auszubildenden ihr Rüstzeug. Wenn ein Hotel wie das Adlon ein Problem hat, weil sich Fans zu einem Star in der Suite mogeln, werden sie Personenschützer buchen.

Nach der Ausbildung machen sich die Fachkräfte selbstständig?

Das ist unterschiedlich. Manche machen sich selbstständig, andere gehen in die Konzernsicherheit. Wir haben viele, die in namenhafte deutsche Unternehmen gehen. Wir haben Topleute vermittelt, die in die Wirtschaft gegangen sind oder besondere Familien schützen.

Welche Vorbildung braucht man für die Ausbildung?

Von Vorteil ist, wenn man bei der Bundeswehr im Feldjägerbereich war oder bei der Polizei. Denn, nach der Ausbildung öffnen sich die Türen besser. Grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit nach der Ausbildung, welche sechs Monate dauert, im Personenschutz einzusteigen. Mit einer Vorbildung geht man jedoch ganz anders an die Ausbildung heran, weil man anders strukturiert ist.

Gibt es eine Altersgrenze? Leute die vorher acht Jahre bei der Bundeswehr waren, sind ja älter.

Beim Personenschutz gibt es eine Altersgrenze um die 45 Jahre. Aber man kann auch keinem 20-jährigen die Verantwortung von Personenschutz in die Hand geben. Die Begleitung der Schutzperson ist ja nicht alles. Die Erarbeitung von Schutzkonzepten, Vorbereitungen von Einsätzen, da ist viel zu tun. Einen alten Hasen kann ich da viel besser ransetzen als einen Jungsporn, der seine 5000 Meter schnell läuft, aber die anderen Dinge halt noch nicht so drauf hat.

Personenschützer arbeiten auch viel im Büro?

Ja, wegen der ganzen Vorbereitung. Ihre Aufgabe beinhaltet weit mehr als die Schutzperson von A nach B zu bringen: Voraufklärung, Logistik, Fahrzeuge organisieren, die Strecke vorher abfahren, Probleme erkennen bevor sie auftauchen. Es ist ein Komplettpaket. Im Film sieht man immer nur die kurze Frequenz, wenn die Schutzperson begleitet wird.

Sind Personenschützer unsichtbar?

Personenschützer sind diskret. Sie sollen nicht erkannt werden. Wenn ein Bodyguard am roten Teppich immer wieder mit internationalen Gästen abgebildet wird, ist er irgendwann verbrannt. Das ist der Unterschied. In der Politik oder in der Wirtschaft, zum Beispiel der Vorstandsvorsitzende von Mercedes Benz, deren Personenschützer kennt man kaum und das ist ja auch gewollt. Wir wollen nicht erkannt werden. Wir sehen aus wie Manager. Und so wollen wir auch rüber kommen.

Eine Schutzperson aus der Wirtschaft hat nicht das Bedürfnis sich mit einer Person abbilden zu lassen, die etwas bedrohliches hat, 1,90 Meter groß ist , das Format eines Schrankes hat und sich kaum bewegen kann. Der Fakt, dass man bedroht wird, soll im Hintergrund bleiben. Man passt sich der Schutzperson und den Vorgaben von deren Terminkalender ganz klar an.

Wie werden die Aufträge verteilt?

Es ruft jemand an. Der hat Angst und fühlt sich bedroht. Ein Mitarbeiter schaut sich die Sache dann näher an und entwickelt ein Schutzkonzept. Er holt sich alle Informationen, analysiert diese. Dann gibt er eine Gefährdungsstufe heraus. Wenn eine Gefährdung da ist, werden Schutzmaßnahmen empfohlen. Das kann so aussehen: Wir holen die Person zuhause ab, bringen sie ins Büro, wir kennen alle Abläufe. Es gibt auch Personen- oder Objektschutz rund um die Uhr. Bodyguards präsentieren, wir schützen, weil es eine Gefährdung gibt. Wir evakuieren, trainieren Deeskalation, schulen psychologisch. Wir sind Profis.

Was gilt grundsätzlich?

So weit wie möglich – so nah wie nötig. Das heißt: Wenn es die Situation zulässt der Schutzperson ein wenig Freiraum zu gewähren, dann macht das der Personenschützer. Wenn die Situation es zwingend notwendig macht, gehe ich näher an die Schutzperson ran. Es ist dann ein Schritt in die Intimsphäre der Person. Die versucht ein Profi zu vermeiden. Ein Personenschützer reagiert auf eine Situation, bevor er möglicher Weise agieren muss. Beispiel: Man geht in einer Formation in der City einen Bordsteig lang. Vor sich sieht man eine Situation, die nicht ganz klar erkennbar ist. Der Personenschützer wird sofort reagieren. Er wechselt die Straßenseite. Er reagiert bevor eine Aktion entstehen könnte. Ein Bodyguard würde sich solche Gedanken nicht machen.

Wer sind die Auftraggeber für Personenschutz?

Politiker und Landespolitiker, wenn der staatliche Personenschutz nicht zuständig ist. Im zivilen Bereich ist es hauptsächlich die Wirtschaft, aber auch Privatpersonen. Wenn zum Beispiel die Ausgangslage ist, dass ein großer Betrieb mit vielen Mitarbeitern geschlossen wird.

Wenn sich eine gestalkte Person im öffentlichen Raum bewegt, wie zum Beispiel beim Shoppen im KaDeWe und sie muss zur Toilette. Gehen sie dann mit?

Der Personenschützer muss vorher schauen und geht mit. Wenn die Person eine Frau ist, wird sie sicherlich auch von einer Personenschützerin begleitet. Man passt sich an und ist nicht erkennbar.

Arbeiten Sie mit Psychologen?

Nach Auftragserteilung gibt es als erstes die Gefährdungsanalyse. Es wird genau geschaut, um was geht es. Warum fühlt sich jemand bedroht? Es kommt vor, dass wir Observationen machen. Davon weiß die Schutzperson. Sie wird beschattet, Anrufe werden rückverfolgt usw.

Was ist das oberste Prinzip?

Die Loyalität und die Art und Weise wie ich diesen Beruf Personenschützer verstehe, denn ich habe mich um die Schutzperson zu drehen Der Personenschützer sucht nicht den Fokus der Kameras. Er hält sich zurück. Nur wenn keiner weiß was ich mache, mache ich es gut, weil ich dann präventiv einwirken kann. Diskretion ist oberstes Gebot. Ein VIP oder Topmanager will nicht, dass man mitbekommt wie gefährdet er ist. Eine zivile Schutzperson meidet Kameras oder Informationen über das Privatleben.

Wann endet ein Auftrag?

Wir sind Dienstleister. Der Kunde legt die Grenzen fest. Alles was über diese Grenzen hinaus geht, können wir nicht schützen. Möchte sich eine Schutzperson am Wochenende komplett zurück ziehen, dann muss sie uns ein Protokoll unterschreiben, dass wir für diesen Zeitraum keine Garantie für den Schutz geben sollen. Ein Beispiel: Richard von Weizsäcker hatte seinen Personenschützern verboten näher als fünf Meter heran zukommen. Der unmittelbare Schutz im Bad der Menge war für diese Kräfte nicht umsetzbar. Es gab einen Vorfall, wo Herr Weizsäcker von einem Bürger ins Gesicht geschlagen wurde. Am nächsten Tag stand in der Presse: Wo waren seine Bodyguards? Haben sie versagt? Da musste er eine Lanze brechen für seine Sicherheitskräfte und ganz klar sagen: Nein, die konnten nichts dagegen tun.

Wenn ein Personenschützer irgendwann zu alt ist, was macht er dann?

Es kommt auf seinen Erfahrungsschatz an. Es gibt viele Möglichkeiten. Er kann weiterarbeiten und sich auf Alarmanlagen, Sicherheitsglas oder Arbeiten im Hintergrund spezialisieren. Er kann in der Konzernsicherheit arbeiten und Anfragen bei der Polizei stellen. Oder als Fuhrparkleiter. Er kann auch als Ausbilder tätig werden.

Ich persönlich habe früher für den staatlichen Personenschutz gearbeitet und hatte einen Unfall. Das Ziel war dann durch Alter, Familie und körperliche Belastung den Wechsel vom operativen Geschäft ins Management zu schaffen.

Lebt ein Personenschützer das Leben der anderen?

Ein Personenschützer hat keinen Achtstundentag. Er arbeitet immer, wenn er einen Auftrag hat. Es kann vorkommen, dass man vier Monate nicht zu hause ist, wegen Einsätzen im Ausland. Wenn die Schutzperson schlafen geht, arbeitest du, bevor sie aufsteht arbeitest du. Man braucht einen toleranten Partner.

Die Anforderungen sind sehr hoch.

Ja, man muss körperlich topfit sein, Sprachen beherrschen, sich mit den Sitten anderer Kulturen auskennen, waffenlose Selbstverteidigung beherrschen, Fahrtraining und vieles mehr. Man muss am Ball bleiben, auch nach der Ausbildung.

Mein Ausbilder hat mir auf den Weg gegeben: Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.

Ist es ein Beruf für Frauen?

Frauen sind leider etwas unterpräsentiert. Ich würde gern mehr Frauen im Personenschutz sehen, weil Frauen spezieller eingesetzt werden können. Wir bilden Frauen aus. Es sind aber leider zu wenig. Der Markt für Frauen ist wesentlich offener, denn wenn zum Beispiel eine weibliche Person aus einem Königshaus zu schützen ist, setzt man eher eine Frau ein. Unsere Schule bietet als einzige in Deutschland einen vollzertifizierten IHK-Abschluss an. Unsere Bewerber sind deutschsprachig und international.

Interview: Eva Magdon